Keine Klemmen in Steckdosen

Die Versuchung, eine Klemme in die Steckdose einzubauen, liegt mit digitalSTROM nahe. Dennoch ist es aus technischen, sowie aus strategischen Gründen nicht zu empfehlen.

digitalSTROM hat das Farbkonzept entwickelt, welches sehr einfaches Plug&Play ermöglicht. Licht ist zum Beispiel gelb. Montiert man einen Taster an eine gelbe Tasterklemme (oder an eine auf gelb konfigurierte Joker-Tasterklemme), steuert dieser Taster sofort alle gelben Geräte im Raum. Natürlich können die Raumstimmungen, welche vom Taster ausgelöst werden, umkonfiguriert werden. Meiner Stehlampe mit digitalSTROM Schnurdimmer sage ich, dass sie nur bei Stimmung 2 angehen soll. Möchte ich die Stehlampe danach an einer anderen Steckdose betreiben, ist das natürlich gar kein Problem – die Konfiguration im Schnurdimmer der Lampe wandert einfach mit. Sie wandert sogar mit in andere Räume. Das ist richtig cool: Trage ich meine Stehlampe vom Wohnzimmer ins Schlafzimmer, genügt auch dort ein Doppeltipp am Raumtaster, und – zack – ist meine Lampe an. Dies ist einer der riesigen Vorteile von digitalSTROM: Man muss keinen Programmierer beauftragen, nur weil man mal eine Leuchte woanders hinstellen möchte.

Strategie

Es erschließt sich nun fast von selbst: Eine Klemme zum Schalten der Steckdose ist einfach unpraktisch, weil das System dann nicht mehr wissen kann, welches Gerät dort eingesteckt wird. Steckt man zum Beispiel dort die Weihnachtsbeleuchtung ein, programmiert sich passende Stimmungen und Zeitschaltuhren dafür, hat die Steckdose eine Konfiguration, die auf kein anderes Gerät mehr passt. Das “böse” Erwachen kommt dann irgendwann im Frühjahr, wenn wieder der Zimmerbrunnen dort eingesteckt wird. Und spätestens wenn man zur nächsten Weihnachtsvorbereitung die Weihnachtsbeleuchtung woanders installiert, ärgert man sich schon wieder. Daher empfiehlt es sich immer, ein Gerät direkt mit digitalSTROM auszustatten, sozusagen als zusätzliches Gehirn, welches immer mit dem Gerät mitwandert.

Wie wird aus einem Gerät ein digitalSTROM-Gerät?

digitalSTROM bietet für die Umrüstung eines Gerätes entweder die Dimmerklemmen GE-KM200 oder GE-TKM210 zum Einbauen, oder die Schnurdimmer GE-SDS200 oder GE-SDM200 zum “Anbauen” an. Bei größeren oder induktiven Lasten bietet sich die Relaisklemme SW-KL200 zum Einbauen an, oder man benutzt einfach den Zwischenstecker SW-ZWS200, welcher zwischen Gerät und Steckdose gesteckt wird. Der Zwischenstecker gehört dann zum Gerät und beinhaltet dessen Konfiguration.

Technische Gründe gegen Klemmen in Steckdosen

Aus technischer Sicht sollte auf gar keinen Fall eine Dimmerklemme in eine Steckdose eingebaut werden. Wird die “falsche” Last (also induktive Lasten wie z.B. Geräte mit alten Eisenkerntrafos) angeschlossen, wird die Dimmerklemme unweigerlich zerstört! Außerdem liegt die maximale Anschlussleistung bei 150 Watt. Auch eine Relaisklemme ist nicht wirklich geeignet, da sie, je nach Last, bereits bei 3-6A Leistungsaufnahme in die Überlast gehen kann und dann einfach abschaltet. Theoretisch können aber bis zu 16A an eine Steckdose angeschlossen werden.

Fazit

digitalSTROM steuert Geräte – keine Steckdosen. Es gibt sicherlich Ausnahmen, wie zum Beispiel die Außensteckdose, welche von innen abgeschaltet werden können soll. Da bietet sich dann eine Relaisklemme an. Aber bitte: NIE eine Dimmerklemme in eine Steckdose einbauen!

7 Gedanken zu „Keine Klemmen in Steckdosen

  1. Ich kann die Argumentation durchaus nachvollziehen. Es heisst jedoch auch, dass ich zu einer 20€ Lichterkette im Winter und einem 30€ Zierbrunnen im Sommer noch einmal 2 Klemmen á 100€ = 200€ rechnen darf. Da würde ich mich doch lieber von der Schönheit der Lehre trennen und lieber die Steckdose schalten können…

    • Wenn es unbedingt sein muss, dann bitte einen Zwischenstecker benutzen und auf den Einbau einer Klemme in die Steckdose verzichten (insbesondere wegen “Technische Gründe gegen Klemmen in Steckdosen”).

      • Ich verstehe die Argumentation von Josef. Leider darf/kann mann den Schnurschalter nich draussen verwenden. Da fehlt einfach noch ein Produkt um die Anforderung von Josef, von mir und vielen anderen zuerfüllen.

  2. Ich finde die Strategie richtig habe nur ein Problem. In der Schweiz gibt es keine Zwischenstecker mehr. Was ist der Grund dafür und wann werden wieder Zwischenstecker im Sortiment sein?

  3. Hallo Christoph,
    ich habe eine LED Unterschrankbeleuchtung in der Küche, welche ich gerne über Digitalstrom steuern würde. Aktuell wird diese über einen normalen Schalter welche zwei Steckdosen schaltet ein/aus geschaltet. Wie könnte man das lösen? Zwei Zwischenstecker kaufen und Schalter immer “ein”?

    • Hallo Timo,
      das kommt darauf an, ob die Beleuchtung gedimmt werden soll, oder nicht. Idealerweise baut man zwei Klemmen (SW-KL200) unter den Schalter und tauscht den Schalter gegen einen Taster aus. Wenn dafür nicht genug Platz in der Wand ist (bzw. dort geschaffen werden kann), kann man die Abgangsleitungen auf Dauerstrom klemmen, an den Steckdosen dann einen SW-SSL200 einstecken und den Schalter durch einen Taster tauschen und noch eine Tasterklemme dahinter verbauen, wenn man ihn denn auch benutzen möchte. Oder den Schalter durch eine Steckdose tauschen, falls man ihn gar nicht mehr benötigt.
      Soll gedimmt werden können (hängt auch von der Beleuchtung ab), kann man Schnurdimmmer an den Steckdosen einstecken oder GE-KM200 hinter dem Schalter verbauen.

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