mein.digitalSTROM Verbindungsprobleme

Bei einigen Anwendern kommt es immer wieder zu Verbindungsproblemen mit dem mein.digitalSTROM-Dienst. Wie diagnostiziert man sie und was kann man tun?

Ist mein.digitalSTROM eingerichtet?

Zunächst sollten Sie nachschauen, ob die Verbindung überhaupt eingerichtet ist. Öffnen Sie den Konfigurator und doppelklicken Sie gleich vorne auf die mein.digitalSTROM-App.meindS1

In der App sehen Sie, ob dieser dSS bereits mit einem digitalSTROM-Benutzerkonto verknüpft wurde.meindS2

WICHTIG: Der Status “Verbunden” sagt hier aus, dass der dSS mit einem Benutzerkonto verbunden wurde. Der eigentliche “Verbindungsstatus” mit dem mein.digitalSTROM-Dienst ist hier NICHT einsehbar!

In dem gezeigten Beispiel ist alles ok: mein.digitalSTROM wurde eingerichtet und mit einem Benutzerkonto verbunden.

WICHTIG2: Bitte klicken Sie NICHT auf “Verbindung trennen”. Dies behebt NIE Ihre Verbindungsprobleme, sondern löscht stattdessen alle Tokens, die mit den verbundenen Apps als Zugangsschlüssel ausgehandelt wurden. Starten Sie lieber den dSS neu, dabei wird in jedem Fall versucht, die Verbindung neu aufzubauen. Klicken Sie den genannten Knopf nur, wenn Sie den dSS dauerhaft von dem Benutzerkonto trennen möchten, zum Beispiel, weil er ersetzt wurde.

Ist die Verbindung stabil?

Den eigentlichen Verbindungsstatus kann man nicht über die mein.digitalSTROM-App einsehen. Eine einfache Anzeige erhalten Sie, wenn Sie sich auf digitalSTROM.com in Ihr Benutzerkonto einloggen. Klicken Sie dazu auf digitalSTROM.com oben links > Login, oder benutzen Sie den Knopf mein.digitalSTROM öffnen in der oben gezeigten App.

Besteht gerade eine Verbindung, sehen Sie:meindS4

Sie könnten also direkt den Konfigurator öffnen. Besteht allerdings derzeit keine Verbindung, erhalten Sie diese Fehlermeldung:meindS3

Die Erfahrungen zeigen, dass eine Verbindung wie ein “Blinker” sein kann, der Status kann also häufig wechseln. Eine direkte Anzeige in der mein.digitalSTROM-App wäre also nur eine Momentaufnahme und würde mögliche Probleme nicht aufzeigen. Stattdessen gibt es eine Logdatei, welche den Verbindungsverlauf protokolliert. Sie ist erreichbar über diese Adresse: https://dss.local/cgi-bin/logview.hs?logfile=pagekite/pagekite.log (ältere Verbindungsdaten finden sich in .log.1, .log.2 u.s.w.). Wenn der Name Ihres dSS geändert wurde, müssen Sie die Adresse dss.local dementsprechend anpassen, oder die IP-Adresse verwenden. Oder Sie öffnen einfach den Konfigurator wie gewohnt und hängen dann in der Adresszeile des Browsers hinten einfach /cgi-bin/logview.hs?logfile=pagekite/pagekite.log an.

Das Logfile ist auf den ersten Blick nicht ganz einfach zu lesen. Ich möchte daher ein paar Tipps geben. Je nach Nichtbenutzung oder Benutzung der Verbindung erscheinen “Tick!” oder “requested” Einträge. An dieser Stelle ist also alles in Ordnung:meindS5

Bei DSL-Verbindungen gibt es typischerweise 1x am Tag einen neuen Internet-Verbindungsaufbau vom Router, das kann man hier im Log-File sehen:meindS6

In diesem Fall wird also die Verbindung kurz unterbrochen und gleich wieder aufgebaut. Doch es kann auch ständige Verbindungsprobleme geben, zum Beispiel hier:meindS7

Es wird fortwährend versucht, die Verbindung erneut herzustellen, leider erfolglos. Wenn sich diese Meldungen über Stunden hinziehen, oder sehr oft an einem Tag auftreten, ist etwas mit der Verbindung nicht in Ordnung. Sollten Sie in dem Log eine Meldung “Disconnected” sehen und danach keine neuen Versuche unternommen werden, die Verbindung erneut aufzubauen, starten Sie bitte den dSS neu.

Woran kann es liegen, was kann man tun?

Haben Sie Verbindungsprobleme festgestellt, so können Sie fast sicher sein, dass es ein Problem mit Ihrer Internetverbindung oder der Netzwerkanbindung Ihres dSS-Servers gibt. Die digitalSTROM-Server in den Rechenzentren laufen typischerweise sehr stabil. Bitte gehen Sie daher wie folgt vor, bzw. beachten Sie die folgenden Punkte:

  1. Bitte klicken Sie NIE den Knopf “Verbindung trennen” in der mein.digitalSTROM-App. Die Erklärung dazu finden Sie weiter oben in diesem Artikel.
  2. Installieren Sie bitte die neueste Software auf dem dSS. Gehen Sie dazu vor wie hier beschrieben. Insbesondere mit der Version 1.12.0.1 wurden Verbesserungen eingebaut, damit die Verbindung nach einem Abbruch schneller wieder aufgebaut wird.
  3. Geben Sie dem dSS bitte eine feste IP Adresse. Achten Sie darauf, dass die IP Adresse in einem Bereich liegt, der nicht vom DHCP-Server des Routers verwendet wird. Wenn Sie die IP Adresse geändert haben, starten Sie den dSS bitte anschließend neu.
  4. Erscheint in dem Log eine “Disconnected” Meldung und bleiben weitere Versuche aus, die Verbindung neu aufzubauen, starten Sie den dSS bitte neu.
  5. Prüfen Sie Ihren Internet-Router. Viele Router bieten ein Verbindungsprotokoll an, die Fritz!Box zum Beispiel unter System->Ereignisse. Prüfen Sie, ob Ihre Internetverbindung häufig unterbrochen wird. Eventuell hilft es, den Router auszutauschen.
  6. Haben Sie einen Kabelanschluss, kann es sein, dass Ihr Provider Ihnen bereits einen IPv6-Anschluss geschaltet hat. Die bisher verwendeten IPv4-Adressen werden knapp, weswegen immer mehr Anbieter dazu übergehen. Um die Kompatibilität mit dem restlichen Internet sicherzustellen, verwenden die Provider ein (lapidar) “Übersetzungsverfahren”, welches oft als DS-Lite bezeichnet wird (DS hat hier nichts mit digitalSTROM zu tun). Dies ist nicht kompatibel zu mein.digitalSTROM. Bitte fragen Sie in diesem Fall Ihren Provider, ob der Anschluss auf IPv4 umgestellt werden kann. Typischerweise ist das problemlos möglich.
  7. Sie benötigen eine stabile Netzwerkverbindung zwischen Ihrem Router und dem dSS-Server. Manche Kunden merken Probleme an dieser Stelle gar nicht, weil bei lokalem Zugriff auf den Konfigurator kaum Probleme auftreten. Eventuell gehen nur vereinzelte Netzwerkpakete verloren, die bei lokalem Zugriff nicht stören. Für den mein.digitalSTROM-Dienst ist das jedoch sehr ungünstig: Geht ein Netzwerkpaket verloren, bricht die Verbindung eventuell ab. Allerdings merkt der dSS das nicht unbedingt sofort, sondern erst nach ein paar Minuten. Erst dann wird versucht, die Verbindung neu herzustellen. Deswegen ist es beim Zugriff “von außen” sehr viel störender, weil in der Zwischenzeit die Verbindung nicht benutzbar ist.
  8. Am besten ist immer eine Kabelverbindung zwischen Router und dSS über ein Kabel der Kategorie Cat.5 oder besser. Telefonleitungen oder ähnliches eignen sich nicht, um ein Netzwerksignal zu übertragen.
  9. Powerline (dLAN oder ähnliches) ist voll kompatibel zur digitalSTROM-Technologie, leider aber nicht immer so zuverlässig wie dS. Insbesondere wenn Powerline Sender und Empfänger an unterschiedlichen Stromphasen angeschlossen sind, ist der Einsatz von Phasenkopplern im Sicherungskasten zwingend. Andere Geräte können die Powerlineübertragung eventuell (zeitweise) stören. Es gibt Powerline-Geräte, welche in einen Standby-Modus schalten können. Um diesen zuverlässig zu verhindern, hilft es, einen handelsüblichen Switch zwischen Gerät und digitalSTROM-Server zu schalten.
  10. WLAN ist ebenfalls störanfällig, daher sollten WLAN-Clients am LAN-Anschluss des dSS möglichst nicht zum Einsatz kommen. WLAN kann durch andere Geräte (zeitweise) gestört werden. Bei vielen gleichzeitig aktiven WLANs, zum Beispiel von Nachbarn, kann die Bandbreite stark eingeschränkt sein und teilweise das eigene WLAN unbenutzbar machen. Auch eine Einstellung im Router kann für Probleme sorgen. So sollte zum Beispiel die Option “WLAN Autokanal” in Fritz!Boxen unbedingt deaktiviert werden, weil die Fritz!Box sonst – je nach Auslastung – selbsttätig den Kanal wechseln kann. Das bekommt der WLAN-Client nicht sofort mit und sorgt typischerweise auch für Verbindungsausfälle von einigen Minuten je Wechsel, welcher häufig stattfinden kann.
  11. Ist mein.digitalSTROM nicht zum Laufen zu bekommen – oder vielleicht unerwünscht – können alle Apps auch über eine Portweiterleitung verwendet werden. Dazu muss im Router zunächst ein DynDNS-Dienst eingerichtet werden, damit der Router von außen über eine statische Adresse erreichbar ist. Außerdem muss eine Portweiterleitung für den dSS eingerichtet werden auf den Port 8080 (für die Apps) und bei Bedarf auch auf Port 443, falls man von außen auf den Konfigurator zugreifen möchte. Bei einer Portweiterleitung konfiguriert man immer, welcher Port von außen auf welche IP und welchen Port nach innen umgeleitet werden soll. Man kann z.B. auch Port 5000 von außen auf den Port 443 des dSS weiterleiten. Im Browser ruft man dann den Konfigurator so auf: https://dyndns-adresse-des-routers:5000/. In den Apps verwendet man dann eine “Direkte Verbindung” und trägt im Feld IP die DynDNS-Adresse ein. Im Feld Port trägt man die Nummer ein, die man für den Zugriff auf Port 8080 in der Portweiterleitung konfiguriert hat, also z.B. 8080.

Immer noch ratlos

Sie haben alles versucht, aber Sie bekommen einfach keine Verbindung? In diesem Fall setzen Sie sich bitte mit dem digitalSTROM-Support in Verbindung. Schreiben Sie an:support

6 Gedanken zu „mein.digitalSTROM Verbindungsprobleme

  1. Besten Dank für den Artikel und die Erklärungen.

    Weil es in dem Artikel explizit erwähnt wird: Gibt es Pläne, Digitalstrom (und die zugehörige Infrastruktur wie Pagekite) IPv6-Kompatibel zu machen?

    • Ja klar, einen Termin können wir aber noch nicht nennen (wird auch noch eine gewisse Zeit benötigen). Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob das die DS-Lite Probleme lösen wird.

  2. dies geht ja bei der Heizungssteuerung nicht:

    ….In den Apps verwendet man dann eine „Direkte Verbindung“ und trägt im Feld IP die DynDNS-Adresse ein. Im Feld Port trägt man die Nummer ein, die man für den Zugriff auf Port 8080 in der Portweiterleitung konfiguriert hat, also z.B. 8080….

    • Die Temperaturregelung in einem Raum erfolgt typischerweise völlig automatisch nach einem festgelegten Zeitplan, bzw. nach Ereignissen (GEHEN könnte auf 18 Grad schalten, KOMMEN auf 22 Grad).
      Möchte man dennoch eingreifen, gibt es viele Möglichkeiten: Ein Raumbediengerät (SVEN, Thanos S dS, FTW06 LCD dS), ein beliebiger Taster, die mobile-remote-control App auf dem Smartphone, oder die Climate Control App. Nur letztere benötigt die dS Cloud, alles andere läuft auch ohne dS Cloud.

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