Wetterstation konfigurieren

Für digitalSTROM gibt es verschiedene Wetterstationen, dieser Artikel zeigt, wie man sie konfiguriert.

Generell sind diese Kategorien zu unterscheiden:

  1. Eine Wetterstation mit Schaltausgängen, die über SW-AKM200-Klemmen eingebunden werden kann, dann aber keine Sensorwerte, sondern nur Ereignisse liefert (Windwächter wurde ausgelöst, etc.). Die Auswertung der Ereignisse erfolgt in der Wetterstation. Ein Beispiel für eine solche Wetterstation ist die Elsner PS8A.
  2. Eine über WLAN integrierte Netatmo-Wetterstation. Dafür kann im dSS-Server die Erweiterung für Netatmo installiert werden. Hinweis: Regen- und Windsensoren von Netatmo können aufgrund ihrer Trägheit nicht zum Schützen von Geräten verwendet werden und sind daher nicht im System ersichtlich.
  3. Eine auf EnOcean basierende Wetterstation, die mittels Plan44-Bridge eingebunden wird. Diese Wetterstation liefert Sensorwerte, die direkt im digitalSTROM-System ausgewertet werden können. Ein Beispiel für eine solche Wetterstation ist der Eltako Multisensor MS (mit Funk-Wetterdaten-Sendemodul FWS61-24V DC und Netzteil SNT12-230V/24V DC-0,5A). Datenblatt hier.
  4. Eine reine digitalSTROM-Wetterstation. Diese ist seit Januar 2020 direkt bei digitalSTROM erhältlich als dS-Weather Station und liefert folgende Sensorwerte, die im digitalSTROM-System ausgewertet werden können: Windgeschwindigkeit, Böengeschwindigkeit, Außentemperatur, Helligkeit. Außerdem ist ein Regenwächter enthalten.
  5. In großen Mehrfamilienhäusern kann eine Gebäude-Wetterstation über ein dSG-Modul eingebunden werden. Dabei werden Ereignisse direkt in das digitalSTROM-System übermittelt.

Die folgenden Informationen beziehen sich auf die digitalSTROM-Wetterstation, sind aber weitgehend auch für die EnOcean- und Netatmo-Wetterstationen gültig.

Sensorwerte werden kombiniert

Seit der digitalSTROM-Serverversion 1.16.3 werden Außensensoren automatisch im System kombiniert. Dies ist sehr vorteilhaft, wenn in einer Installation mehrere Sensoren gleichen Typs installiert wurden. Also z.B. zwei digitalSTROM-Wetterstationen (eine auf der Südseite, eine auf der Nordseite), oder auch eine Kombination aus verschiedenen Wetterstationen. Jede Wetterstation liefert zwar eigene Sensorwerte, aber für den System-Sensorwert (also die System-Außentemperatur, oder die System-Böengeschwindigkeit) wird jeweils nur ein Wert herangezogen. Im Falle der Außentemperatur ist dies immer die niedrigste Temperatur (so wird z.B. automatisch der Wert der Nord-Station verwendet, wenn im Süden die Sonne auf den Sensor scheint), für die Böengeschwindigkeit wird immer der aktuell höchste Wert verwendet.

Hinweis: Ist keine Wetterstation installiert, erhält die Installation dennoch eine Außentemperatur von einem Wetterdienst. Ist eine Wetterstation installiert, wird der Wetterdienst-Temperaturwert nicht mehr für die Ermittlung des System-Wertes herangezogen.

Die digitalSTROM-Wetterstation hat für die Helligkeit mehrere Sensoren verbaut, welche in unterschiedliche Himmelsrichtungen zeigen. Diese Sensorwerte werden bereits in der Wetterstation kombiniert, sodass nur der jeweils höchste Wert in das digitalSTROM-System übermittelt wird. Die EnOcean-Wetterstation liefert drei getrennte Helligkeitswerte, diese müssten (habe es nicht geprüft) im System aber nun so kombiniert werden, dass ebenfalls nur der höchste Wert für das System verwendet wird.

Was kann man mit den Sensorwerten anstellen?

Die Sensorwerte können nun sehr vielseitig angewendet werden. Beispiele hierfür sind:

  • Markisen und Jalousien vor Wind schützen
  • Südseite abschatten, wenn die Sonne scheint und es außen wärmer als 10 Grad ist

Beschattung vor Wind schützen

Zunächst erkläre ich, wie man die Beschattung vor Wind schützt. Das ist nämlich sehr einfach. Zunächst wird im Hardware-Tab für jedes zu schützende Gerät in den Geräteeigenschaften die Ausrichtung und die Windschutzklasse eingestellt:

Nach dem Speichern bitte einmal unten auf Ansicht aktualisieren klicken. Anschließend sieht man im Gruppen-Tab, dass für die zu schützenden Geräte entsprechende Schutz-Gruppen angelegt wurden:

An dieser Stelle ist die Konfiguration übrigens auch schon beendet! Die Gruppe wird – sofern ein Windböen-Sensorwert im System vorhanden ist (also eine Wetterstation installiert wurde) – automatisch geschützt, indem beim Überschreiten des definierten Wertes (im Beispiel 10,6m/s) automatisch die Stimmung Wind in der Gruppe aufgerufen wird.

Hinweis: Der Windsensor-Wert ist immer nur ein Durchschnittswert, daher verwendet digitalSTROM immer den Böen-Wert zum Schützen der Geräte.

In den Gruppeneinstellungen kann man noch Bediensperren definieren:


Standardmäßig überspringen Zeitschaltuhren Aktivitäten für Geräte, die gerade durch Wind geschützt werden. Zusätzlich kann aber in den Gruppeneinstellungen auch eine Bediensperre aktiviert werden, damit die Geräte dieser Gruppe auch von einem Taster aus nicht mehr bedient werden können, solange der entsprechende Zustand aktiv ist.

Hinweis: Die Konfigurationssperre ist nur für große Gebäude mit dSG-Modul relevant.

Markisen und Jalousien fahren bei Wind automatisch ein, wenn es nicht umkonfiguriert wurde. Die Stimmungseinstellungen können hier geprüft werden: Tab Aktivitäten, links unten Wind anklicken, dann das gewünschte Gerät mit der rechten Maustaste anklicken und Aktivität-Einstellungen bearbeiten auswählen.

Beschattung für Sonnenschutz verwenden

Nun kommt der Helligkeitssensor ins Spiel. Möchte man einen Sonnenschutz für z.B. die Südseite erreichen, sind zwei Dinge wichtig:

  • Scheint gerade die Sonne?
  • Scheint die Sonne aus einer bestimmten Himmelsrichtung?

Dafür müssen benutzerdefinierte Zustände angelegt werden. Also öffnen wir die gleichnamige dSS-App.
Nun klicken wir: Neuer Zustand, Messwerte von Sensoren auswerten, Weiter.
Als Name wähle ich Sonnenschein, als Beschreibung für gesetzt ja und für zurückgesetzt nein. Als Sensor muss Helligkeit aussen gewählt werden.

Hinweis: Die kombinierten System-Sensorwerte finden sich ganz unten in der Sensorliste, also z.B. Helligkeit aussen. Man hat auch Zugriff auf die Sensorwerte einer bestimmten Wetterstation, wenn man vorher den Raum wählt, in welchem die Wetterstation installiert wurde, sowie den Namen der Station. Ich empfehle aber, immer die System-Sensorwerte zu verwenden.

Nach dem Klick auf Sensorwerte kann die Schwelle definiert werden:

Doch was sind hier die richtigen Werte? An dieser Stelle bin ich mir auch etwas unsicher, vermutlich muss man das ausprobieren. Vielleicht macht es auch Sinn, zwischen Sommer und Winter zu unterscheiden und unterschiedliche Schwellwerte zu benutzen. Die Wikipedia jedenfalls gibt folgende Werte an (Auszug aus einer Tabelle):

Im Beispiel oben habe ich daher die Schwelle auf 22.000 Lx eingestellt, der Sonnenschein wird bei unter 18.000 Lx zurückgesetzt. Speichern.

Nun ist die Himmelsrichtung an der Reihe. Der Azimut-Sensorwert gibt die aktuelle Himmelsrichtung der Sonne an und steht ab Serverversion 1.16.4 zur Verfügung. Norden ist 0° (oder auch 360°), Osten 90°, Süden 180° und Westen 270°.

Die aktuelle Höhe der Sonne steht im Sensorwert Elevation (0° = am Horizont, 90° = am Zenit, also ganz oben am Himmel, kleiner 0° = wenn die Sonne unter dem Horizont steht), wird aber in diesem Beispiel nicht verwendet.

Für unser Beispiel möchte ich, dass wir die Südseite auswerten, und ich definiere dafür mal einen Bereich von 100° bis 260°. Man kann das perfekt an die örtlichen Begebenheiten anpassen, sehr hilfreich dafür ist die Webseite Sonnenverlauf. Auf dieser Seite kann man oben rechts auf die Satellitenansicht umschalten, dann in der Karte zum eigenen Haus zoomen und dann oben links ein gewünschtes Datum einstellen. Man bekommt direkt die Sonnenposition visualisiert und kann mühelos die exakte Ausrichtung des Gebäudes bestimmen. (Azimut = Sonnenrichtung)

Zurück zum Zustand, wir klicken: Neuer Zustand, Messwerte von Sensoren auswerten, Weiter.
Als Name wähle ich Sonne Süd Start, als Beschreibung für gesetzt erreicht und für zurückgesetzt nicht erreicht. Als Sensor muss Azimut gewählt werden, Zustand setzen bei größer als 100° und zurücksetzen beim Unterschreiten des gleichen Messwertes. Speichern.

Dann: Neuer Zustand, Messwerte von Sensoren auswerten, Weiter.
Als Name wähle ich nun Sonne Süd Ende, als Beschreibung für gesetzt erreicht und für zurückgesetzt nicht erreicht. Als Sensor muss Azimut gewählt werden, Zustand setzen bei größer als 260° und zurücksetzen beim Unterschreiten des gleichen Messwertes. Speichern.

Nun haben wir die Grenzen definiert und müssen das noch kombinieren: Neuer Zustand, Logische Verknüpfungen auswerten, Weiter.
Als Name wähle ich nun Sonne im Süden, als Beschreibung für gesetzt ja und für zurückgesetzt nein. Ich füge zwei Zustände zur Liste hinzu: Benutzerdef. Zustand –> Sonne Süd Start –> erreicht und
Benutzerdef. Zustand –> Sonne Süd Ende –> nicht erreicht. Speichern.

So, nun wissen wir, ob die Sonne scheint, und ob die Sonne gerade im Süden steht. Jetzt geht es weiter im Scene-Responder. App öffnen, dann Neuer Automat.
Name: Sonnenschutz im Süden
Auslöser: Benutzerdef. Zustand –> Sonnenschein –> ja
Verzögerung: 00:10:00, Häkchen für Verzögerungszeit neu starten, wenn …
Dies sorgt dafür, dass bei stark schwankender Bewölkung die Verzögerungszeit immer wieder neu gestartet wird, bevor der Sonnenschutz ausgeführt wird. Die digitalSTROM-Wetterstation liefert nur etwa alle 10 Minuten einen neuen Helligkeitswert, somit dämpft sie es schon von sich aus. Daher wäre in diesem Fall die Verzögerungszeit nicht nötig.

Auszuführende Aktivitäten:
Aktivität in Raum –> Wohnzimmer –> Schatten –> Sonnenschutz
Sollen noch weitere Räume im Süden geschützt werden, einfach Neue Aktivität anklicken und den nächsten Raum konfigurieren, usw. Sollen mehrere Räume im Süden geschützt werden, könnte auch eine benutzerdefinierte Handlung angelegt werden, um diese Räume zusammenzufassen.

Bedingungen:
Benutzerdef. Zustand –> Sonnenschein –> ja
Neue Bedingung anklicken
Benutzerdef. Zustand –> Sonne im Süden –> ja

Nun kann der Automat gespeichert werden. Was haben wir erreicht? Wenn der Auslöser eintritt, also immer wenn der Helligkeitsschwellwert überschritten wird, wird der Automat aktiv und die Verzögerungszeit startet. Schwankt die Helligkeit, startet die Verzögerungszeit neu. Ist die Verzögerungszeit abgelaufen, werden die Bedingungen geprüft: Nur wenn die Helligkeit immer noch den Schwellwert überschreitet und die Sonne im Süden steht, nur dann werden die Aktivitäten ausgeführt.

Das Verhalten für die Sonnenschutzstimmung kann im Konfigurator im Aktivitäten-Tab für jedes Gerät im Raum eingestellt werden. Das vordefinierte Standardverhalten für Sonnenschutz ist übrigens:

  • GR-KL200 (Rollladenklemme): Auf 25% fahren (geschlitzte Position)
  • GR-KL210 (Markisenklemme): Auf 100% ausfahren
  • GR-KL220 und GR-HKL230 (Jalousienklemmen): Auf 0% zufahren mit einem Lamellenwinkel von 50%

Hinweis: Bis die Serverversion 1.16.4 verfügbar ist, kann statt der Sonnenposition vorübergehend auch mit der Zeit gearbeitet werden. In diesem Fall entfällt das Anlegen der Zustände Sonne Süd Start, Sonne Süd Ende und Sonne im Süden. Stattdessen wird im Scene-Responder Automaten als Bedingung Tageszeit gewählt und eingestellt: 09:40 bis 17:00 (das entspricht etwa 100° – 260°).

Erweiterungen

Natürlich kann man das noch beliebig erweitern, zum Beispiel durch die Kombination mit der Außentemperatur: Dafür noch einen Zustand anlegen, der prüft, ob die Außentemperatur über 10°C liegt und diesen Zustand als Bedingung in den Automaten aufnehmen.

Der Automat sorgt nun dafür, dass die Sonnenschutzposition immer wieder angefahren wird, wenn der Helligkeitswert überschritten wird. Bei etwas wechselnder Bewölkung also durchaus häufiger. Bedient man zwischendurch manuell, überschreibt die Automatik dies wieder. Abhilfe könnten zusätzliche Zustände schaffen, oder z.B. folgendes: Morgens fährt eine Zeitschaltuhr die Beschattung automatisch auf, verwendet dafür aber nicht eine normale Raumstimmung (wie Stimmung 1), sondern eine besondere, z.B. Stimmung 41. Nun kann man im Automaten eine Bedingung hinzufügen: Raumzustand –> Wohnzimmer –> Schatten –> Stimmung 41. Dies sorgt dafür, dass die Automatik zur Beschattung nur einmal ausgeführt wird, anschließend aber nicht mehr, auch nicht, wenn manuell bedient wurde (weil dabei die Stimmungen 0 bis 4 verwendet werden).

Es hat sich übrigens als recht schlechte Idee erwiesen, die Beschattung vollständig über die Sonneneinstrahlung zu steuern. Zumindest, wenn Personen anwesend sind, die dann sehr schnell genervt sind, wenn die Beschattung oft angesteuert wird!

Kontrolle der Sensorwerte

Um einen Überblick über die Sensorwerte zu erhalten, hilft es, an diesen Stellen nachzuschauen:

  • Unter System/Übersicht: Die Wetter-Kategorie listet alle relevanten Daten auf, auch Azimut und Elevation der Sonne.
  • Sensorwerte des Gerätes: Wetterstation im Hardware-Tab mit der rechten Maustaste anklicken und Sensorwerte anzeigen wählen.
  • Sensor-Log: Zu finden unter https://dss.local/logs/dss/js/system-sensor.log (dss.local gegebenenfalls durch die dSS-Adresse oder IP ersetzen). Hier stehen alle Sensorwerte, die von Geräten gesendet werden (SensorValue), sowie vom System in die Räume gesendet werden (ZoneSensorValue). Auch Sun Azimuth und Elevation.

Für weitere Erweiterungen, Vorschläge und Anmerkungen ist ganz viel Platz in den Kommentaren 🙂

25 Gedanken zu „Wetterstation konfigurieren

  1. Hi Christoph,

    wie können die aktuellen Sensormesswerte der Wetterstation in einer App angezeigt werden. Die Apps zeigen z.B. immer den aktuellen Stromverbauch an. So könnte ich immer sehen wie warm es draußen ist und wie stark der Wind ist.

    Danke und Grüße Björn

    PS: Tolle Beschreibung

  2. Hallo Christoph,

    mit den Gruppen funktioniert schon ganz gut. In der Systemübersicht sind alle Gruppen (Richtungen) aktiv und zeigen auch aktiv an das Wind vorliegt (Böen > x) > Gruppe Status Wind.

    Was aber nicht aktiv ist der “übergreifende?” Status Wind. Der bleibt auf “kein wind stehen, obwohl der Durchschnittswind und auch Böen beide Werte über 10m/s melden.

    Wie wird dieser Status eingesteuert und wann wird er aktiv?

    Gruß Stephan

    • Hallo Stephan,
      der Apartment-Zustand für Wind ist nun nicht mehr nötig. Man sollte ihn auch nicht manuell über irgendwelche Regeln setzen, da dann die Automatik verwirrt werden kann. Es gibt nicht “den” Wind, sondern eben den Wind in den Windschutzgruppen.

  3. Hallo Christoph,
    nachvollziehbar -Letztendlich steuert man die Geräte über deren Windschutzklassen und der Rest läuft intern.
    Dann wird wahrscheinlich in der nächsten Version 1.16.4 dieser Eintraf auch nicht mehr vorhanden sein.

    Eine ergänzende Frage: Wie wäre es denn Möglich auch andere Windschutzklassen zu definieren. Wir haben eine extrem große Markise im Einsatz (10x3m) welche gern schon vor der Windschutzklasse 1 (7,8) einfahren und sperren möchte (5m/s). Geht wahrscheinlich nur über einen SR was das “einfahren” angeht.

    Gruß Stephan

    • Richtig, einen Automatismus gibt es dafür leider nicht. Du müsstest also einen benutzerdefinierten Zustand für Windböen >5m/s erstellen und im Scene-Responder damit die Markise einfahren.

  4. Hallo Christoph,
    habe mir der Wetterstation die Storen konfiguriert. Nun möchte ich aber noch die Zeit eingeben, was ich auch über die Bedingungen erledigt habe, auch den Regensensor habe ich dort als zus. Bedingung eingebaut. Leider gehen die Storen abends nicht mehr hoch, obwohl die Bedingung nicht mehr zieht.

    • Hallo Boris,
      mangels Screenshot verstehe ich nicht wirklich, was Du gemacht hast. Ich verstehe auch nicht, was Du wirklich vor hast. Du müsstest es daher viel genauer beschreiben.
      Wenn Du eine Zeitschaltuhr für Deine Beschattung erstellen möchtest, musst Du das in der App Zeitschaltuhr machen. Hierzu habe ich kürzlich auch einen Artikel geschrieben: https://help.digitalstrom.com/hc/de-ch/articles/360012366360-Wie-erstelle-ich-eine-Zeitschaltuhr-f%C3%BCr-Sonnenaufgang-oder-Sonnenuntergang-

      • Hallo Christoph,
        danke für Deine Meldung.
        In einem Scene Responder habe einen Automaten, der bei Auslöser Sonnenschein (via Wetterstation) die Aktion Sonnenschutz ausführt, dies mit der Bedingung ‘nur bei Tag’ und ‘nur wenn es nicht windet’. Was ich möchte, dass die Beschattung wieder aufgehoben wird, d.h. die Storen wieder hochgefahren werden. Meine Frage hierzu: sind Scene Responder nur für die Aktion zum Ausführen, bei Nichterfüllung der Bedingungen wird dann diese nicht auf den Ausgangspunkt (sprich die Storen sind hochgefahren) wieder zurückgestellt?
        Dies würde dazu führen, dass ich für das zurückfahren der Storen einen zus. Automaten erstellen müsste.

        einen schönen Gruss

        Boris

        • Hallo Boris,
          ja, ganz genau. Ein Scene-Responder-Automat funktioniert immer nach diesem Schema: Wenn der Auslöser eintritt werden alle Bedingungen geprüft. Sind sie erfüllt, startet eine eventuell eingestellte Verzögerungszeit, anschließend werden die Aktivitäten der Reihe nach ausgeführt. Vor der Ausführung jeder einzelnen Aktivität werden erneut jeweils alle Bedingungen geprüft.

          • Hallo Christoph
            Verstehe ich das jetzt richtig:
            In deinem Programmierbeispiel “Sonnenschutz Süd” fahren die Storen nicht mehr hoch, wenn die Sonne nicht mehr scheint?
            Ist bei mir nämlich so! Bin am Programmieren seit Sonntag…
            Die Storen fahren runter, aber leider nicht hoch wenn die Sonne nicht mehr scheint (habe Sonnenschutz programmiert für Osten, Süden und Westen!).
            Muss man also (bei mir für alle Sonnenschutz-Sektoren Ost/Süd/West) einen zusätzlichen SR-Automaten erstellen, Beispiel:
            – Name “Sonnenschutz im Osten FERTIG”
            – Auslöser: Sonne Ost Ende
            – Auszuf. Aktivitäten: “Auf für Schatten in…”
            – Bedingungen: nur bei Tag (sonst fahren die Storen auch nachts, wenn sie per Zeitschaltuhr geschlossen sind, hoch)
            Habe es vor einer Stunde so programmiert für meinen Osten (Sonne scheint in diesem Sektor, d.h. bis Azimut >140, jetzt nicht mehr) aber es funktioniert nicht, d.h. die Storen sind nicht hochgefahren.
            Oder kann es sein, dass es mehr Zeit braucht nach dem Programmieren, bis das Ganze im System umgesetzt wird??

            Danke für deine Hilfe im Voraus!
            Deine Anleitung hier ist sonst aber top, Kompliment!

            Beste Grüsse, Brigit

          • Hallo Brigit,
            richtig, die Beschattung fährt nicht automatisch hoch. Das hatte ich indirekt auch im Artikel erwähnt:
            “Es hat sich übrigens als recht schlechte Idee erwiesen, die Beschattung vollständig über die Sonneneinstrahlung zu steuern. Zumindest, wenn Personen anwesend sind, die dann sehr schnell genervt sind, wenn die Beschattung oft angesteuert wird!”
            Du kannst Dir natürlich entsprechende Automaten anlegen. Wenn Du etwas konfiguriert hast, ist das immer sofort aktiv. Funktioniert es nicht, sind eventuell nicht alle Bedingungen passend eingetroffen.

      • Sonnenschein Süd bei sagen wir 75000Lux kann ja schon eher eingetreten sein bevor die Sonne auf Aszimut 150 Süden steht.Somit gehen dir Rollos nicht runter.Wäre es das nicht besser bei Benutzer definierten Zustand Sonne Süden nicht noch den Sonnenschein ja mit reinzunehmen.So mit bräuchte man doch bestimmt keine Bedingung.

        • Jetzt verstehe ich Deine Frage. Du hast recht, mein Beispiel im Artikel geht davon aus, dass erst Süden erreicht wird und dann die Sonne zu scheinen beginnt. Scheint die Sonne jedoch schon vorher, würde der Sonnenschutz nicht aktiv. Um das zu lösen, gibt es zwei Möglichkeiten:
          1) Du erstellst einfach noch einen Automaten mit Auslöser Sonne im Süden und der Bedingung Sonnenschein. Damit wird der umgekehrte Fall abgedeckt: Süden startet, während die Sonne schon scheint. Oder:
          2) Du erstellst einen zusätzlichen kombinierten Zustand und verwendest diesen im Automaten. Dies hat einen kleinen Nachteil: Die Verzögerungszeit lässt sich nicht so leicht anpassen. Ist aber in den meisten Fällen vermutlich auch nicht nötig.

  5. Hallo
    Besten Dank für deine sehr guten beschrieb!
    Frage wie kann ich dann machen das in deinem Beispiel die Storen hoch fahren?
    Kann ich das mit Benutzerdefiniertem Zustand Sonnenschutz Süden Nein benützen?

    • Hallo Cornel,
      wie ich schon im Artikel schrieb, kann eine völlige Automatisierung ziemlich nervig werden.
      Will man das dennoch haben, muss man zwei Fälle unterscheiden:
      1) Die Sonne steht noch im Süden, scheint gerade aber nicht mehr.
      2) Die Sonne läuft aus dem Bereich “Süden” heraus, unabhängig ob sie scheint oder nicht.
      Für 1) müsste man einen weiteren Scene-Responder anlegen: Auslöser Sonnenschein->nein, Bedingung: Sonne im Süden->ja.
      Für 2) müsste man diesen Scene-Responder anlegen: Auslöser: Auslöser Sonne im Süden->nein.
      Erklärung zu 2): Das Ereignis “Sonne im Süden->nein” wird vom System nur ausgelöst, wenn sich der Zustand tatsächlich auch ändert. Prinzipiell ist der Zustand ja morgens, abends und nachts auf NEIN, aber der Zustandswechsel von JA auf NEIN erfolgt nur einmal nachmittags/abends.

  6. Hallo Christoph
    Besten Dank für deine Ausführliche Anleitung.
    Frage könnte ich das auch in einem lösen mit einem Benutzerdefinierten Zustand und zwar Sonnen Schutz Süd zurück ( der Titel ) mit dem Auslöser Ben. Zust. Sonnenschutz ist nein oder den. Zust. Sonne Süd ist nein und wen dieser zustand gesetzt ist das dann die Storen hoch fahren im Scenen Resonder?

    Gruess und schönes Wochenende
    Cornel

  7. Hallo Chrisoph,
    ich habe als Wetterstation einen Eltako Multisensor welcher über EnOcean angeschlossen ist installiert.
    Leider sehe ich aber bei den Sensorwerten weder Azimut noch Elevation obwohl ich die Serverversion 1.16.4 installiert habe.
    Wo kann das Problem liegen?

    • Hallo Hugo, die Sonnenposition ist – unabhängig von einer installierten Wetterstation – immer verfügbar. Du kannst die Werte im Konfigurator unter System/Übersicht einsehen, oder in der App “Benutzerdefinierte Handlungen” verwenden. Bitte stelle sicher, dass unter System/System Einstellungen der Standort richtig eingestellt ist. Boote auch den dSS mal neu, warte 30 Minuten. Geht es dann immer noch nicht, benötige ich Zugriff auf Dein System. Melde Dich dazu bitte unter support@digitalstrom.com.

  8. Hi Christoph,
    zunächst einmal ein riesiges Dankeschön für deine tollen Guides und Erläuterungen – dieses hilft sehr viele Dinge umzusetzen ohne, dass man einen Knoten in den Kopf bekommt – und es gibt auch immer wieder tolle Lösungsansätze für eigene andere Probleme, die vielleicht wesentlich individueller sind.
    Auf der anderen Seite jedoch zeigt dieser Blog das wohl grösste Digitalstromproblem sehr deutlich – und das ist die fehlende Flexibilität in der Logiksteuerung. Gerade in komplexeren Szenarien wie dem Sonnenschutz zeigt sich das deutlich. Verschiedenste Sensorwerte könnten Einfluss auf eine sinnvolle Steuerung der Storen nehmen – Helligkeit, Azimut, Elevation, Uhrzeit, Innentemperatur, Aussentemperatur, evtl. sogar Kalender. Fast alles liegt ja sogar schon als Werte in DS vor – und trotzdem, das Erstellen einer gemeinsamen “Logik”, die letztlich zur Steuerung führt, ist in DS extrem aufwendig – leicht führt dieses zu dutzenden von miteinander verknüpten Zuständen und Scene Respondern – übersichtlich ist das dann leider überhaupt nicht mehr, wenn man am Ende sich zwischen mehreren hundert Zuständen zurechtfinden soll. Es ist doch wirklich unverständlich, dass ich für benutzerdefinierte Zustände, die mehr als 2 Stati haben können, immer ein komplexes Konstrukt aus mehreren Zuständen bauen muss, oder dass für einen einfachen Sensorbereich (a<x<b) immer 3 Zustände gebaut werden müssen. Auch die Beschränkung Zustände in Abhängikeit nur eines values evaluieren zu können ist mühsam… Ein einfacher Logikeditor in den Zuständen und das Erlauben von mehreren Zustandsstati würde extrem viel der Komplexität nehmen und das ganze System viel übersichtlicher gestalten. Ich habe immer gedacht ich könnte DS als zentrales Steuerungssystem verwenden – aber mittlerweile lasse ich alles, was durch komplexere Logik gesteuert werden muss (derzeit Bewegungsmelder, Alarmauslösung, Bewässerung, Sonnenschutz, Lüftungssteuerung) durch iobroker/node red extern kalkulieren und an das System zurückgeben. (Hier sind also alle Inputs und Outputs komplett in DS und nur die Logik der Verknüpfungen und Abhängigkeiten der DS Values laufen auf einem kleinen Raspi…) Da stellt sich mir dann schon die Frage, warum so etwas nicht auch auf dem DS möglich sein sollte…. – So etwas wie Node Red for DSS wäre eigentlich mein Traum… 😉 – Vielleicht gibt es ja solche Überlegungen… ich denke es wäre Zeit…
    Viele Grüsse und nochmals Vielen Dank für all deine tollen Hilfen,
    Arne

    • Hi Arne,
      die Definition eines Bereichs für einen Zustand habe ich bereits in Planung. Für komplexe grafische Editoren fehlen uns aktuell die Ressourcen, da gibt es viele andere wichtige Dinge, an denen wir arbeiten müssen. Dennoch haben wir das immer im Blick und bessern bei Bedarf nach. Man kann mit dS viele komplexe Logiken konfigurieren, ohne Programmierkenntnisse. Das ist in kaum einem anderen System derart einfach möglich. Es wird immer Anwendungsfälle geben, für die eine individuelle Programmierung nötig ist. digitalSTROM steht aber für Einfachheit in Bedienung und Konfiguration.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Eingabe leider nötig: Time limit is exhausted. Please reload the CAPTCHA.